Vorab
möchte ich sagen, ich würde meine Nymphies so früh wie möglich am Morgen
kaufen, am besten an einem Wochenende oder wenn man ein paar Tage Zeit
hat.
Dann kann man die Vögel in aller Ruhe bei ihrer Eingewöhnung beobachten.
Nun ist es soweit. Der Käfig oder die Voliere ist komplett eingerichtet
und steht am
richtigen Platz. Futter und Wasser sind vorhanden. Jetzt dürfen die
neuen Bewohner
einziehen. Meist sitzen sie noch in einer kleinen Schachtel. Diese
öffnet man vorsichtig
an einer Seite und legt sie in den Käfig hinein. So habe ich es auch
gemacht. Bei meinem
letzten Nymphie, den ich im April 2009 auf einer Vogelbörse gekauft
habe, war alles ganz
einfach. Der junge Vogel, damals etwa 3-4 Monate alt, kam nach einer
Weile aus der
Schachtel heraus und kletterte am Käfig hoch. Die
Käfigtüre stand offen. Und mein anderer
Nymphie Fridolin saß bei mir auf meiner Schulter. Wir beobachteten den
Neuen, und der
Neue schaute neugierig zu uns. Nach etwa 20 Minuten kam der Neue
herausgeflogen, direkt
zu mir auf die noch freie Schulterseite. Er ließ sich anfangs noch
nicht anfassen, wurde aber
in relativ kurzer Zeit schnell zahm. Er kam mir schon nach wenigen
Tagen ohne Probleme
auf meine Hand, und so war es für mich einfach, ihn wieder Abends in
den Käfig zu stecken.
Aber im normale Falle läuft das ganze doch etwas anderst ab. Der neue
Nymphensittich
sollte sich in Ruhe an seine neue Umgebung gewöhnen können. Ich rede
hier jetzt mal von
einem Vogel, aber wichtig ist es das sie mindestens zu zweit gehalten
werden. Der Nymphie
beobachtet noch etwas schreckhaft seine neue Umgebung. Die erste Zeit
sollte man ihn in
Ruhe lassen, und sich vorsichtig um ihn herum bewegen. Der Vogel sollte
auch nicht durch
laute Geräusche u.s.w. verunsichert werden. Lasst
alles ganz in Ruhe angehen. Der erste
Tag sollte ganz ohne Hektik verlaufen. Gebt dem Vogel die Sicherheit
die er anfangs braucht.
Jetzt ist es Abend geworden, und die Nymphies verbringen ihre erste
Nacht im neuen Heim.
Es wäre sinnvoll ein kleines Nachtlicht-Lämpchen brennen zu lassen, so
daß die Vögel bei
einem ihnen fremden Geräusch nicht die Orientierung verlieren und in
Panik geraten.
Solche nächtlichen Panikattacken, man nennt sie auch Night-Frights
können oft blutig enden.
Die nächsten Tage :
Haben sich die Vogeltiere an die neue Umgebung gewöhnt, kann man sich
behutsam mit
ihnen beschäftigen. Die Vögel sollen merken, daß sie keine Angst vor
uns haben brauchen.
Nymphensittiche sind sehr neugierige Vögel und beobachten uns anfangs
ständig. Wenn
sie merken das wir es gut mit ihnen meinen, dann kommen sie im Laufe
der Zeit von selber
auf uns zu. Die Vögel haben ihren eigenen Charakter und darum gibt es
einige die schneller
zahm werden, und andere wiederum werden nie oder kaum richtig
zutraulich.
Merke : Mann soll
die Zutraulichkeit eines Nymphies nie erzwingen !
Nach ca. einer Woche :
Im normal Fall haben die Vögel sich nun einigermaßen an ihr
Lebensumfeld gewöhnt.
Sie kennen ihren Käfig, das Zimmer und die Stimmen der Menschen um sie
herum.
Jetzt wäre es Zeit für den ersten Freiflug. Manche kann man auch schon
früher rauslassen.
Z.B. wenn sie bettelnd auf dem Käfigboden oder der Sitzstange hin und
herlaufen, ist es oft
ein Zeichen dafür, daß sie hinaus aus dem Käfig wollen. Jetzt sollte
man sich auch ein wenig
Zeit nehmen um den Vogel in Ruhe beim ersten Freiflug beobachten zu
können. Die Käfig -
türe wird geöffnet, und oft dauert es nicht lange bis der Nymphie sich
heraustraut.
Es kann sein, daß er in seiner Aufregung nicht gleich einen geeigneten
Landeplatz findet.
Aber innerhalb kurzer Zeit sind auch diese Kleinigkeiten aus dem Wege
geräumt.
Der Vogel wird nach und nach seine Lieblingsplätze entdecken, und sich
immer wieder freuen,
wenn die Käfigtüre zum Freiflug geöffnet wird. Langsam wird der Nymphie
auch zähmer.
Zahm werden :
Der Vogel hat gelernt, daß er keine Angst vor uns Federlosen haben
braucht. Öfters kommt
er jetzt in unsere Nähe, oder benutzt uns auch als Landeplatz. Er hat
verstanden das wir ihm
nichts böses wollen und ist im besten Falle dazu bereit, die
Freundschaft mit uns zu teilen.
Meine zwei lassen sich sehr gerne von mir kraulen und halten sich oft
bei mir auf.
Sie sind zahm geworden, erkennen die Tonart meiner Stimme und reagieren
auch darauf.
So ist es für mich auch überhaupt kein Problem, sie Abends in den Käfig
zu setzen.
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